Augen auf bei hintergründig lächelndem Führungspersonal. Diese Regel galt mal wieder bei der Einsatzübung am letzten Freitagabend. Ungewöhnlich & eigentlich rar: Die Übung fand bei uns in der Unterkunft statt; der Auftrag hatte es aber trotz vertrautem Terrain in puncto Schweißausstoß&Hirnleistung durchaus in sich. Und: Ein Heimvorteil mag im Fußball existieren. Beim THW gibt es ihn aber eigentlich nicht.
Zur Sache: Zum Tanz baten Zugtruppler Justin Oehlschläger und Truppführer Wasserschaden/Pumpen (WP) Sarin Geske. Gründliche Vorbereitung in Form tückischer Spielzüge war für den Abend genau deshalb in erhöhtem Maße zu erwarten, aber das wussten die Helfer bei ihrer Anfahrt natürlich noch lange nicht.
Die Lage – technische Defekte bei ResQTechWorks, einem fiktiven Industriebetrieb (auf dem Gelände unserer UK), bedingen einen raschen Einsatz von dreien unserer Teileinheiten. Es geht um Menschenleben und Umweltschäden.
Einmal gilt es für die Bergungsgruppe (B) unter der Führung von Truppführer Wolfgang Köbele vermisste Personen ausfindig zu machen und ggf. zu retten bzw. zu bergen, wobei hier aufgrund fehlender persönlicher Schutzausrüstung der Vermissten (umgangssprachlich: Schlendrian) Personenschäden nicht ausgeschlossen werden können.
Auf dem Firmengelände befindet sich ein Klärwasserbecken. Selbiges könnte überlaufen. Klärwasser ist nicht nur ein übelriechendes Ärgernis, sondern grundsätzlich eine Gefahr für Umwelt und Gesundheit. Ein klarer Fall für Gruppenführer Jannik Deiblers WP und seine Elektropumper; hier muss ein gutes Quäntchen Wasser bewegt werden.
Vielleicht nicht so spektaktulär, aber definitiv essentiell: Unsere Fachgruppe Elektroversorung (E) unter der Leitung von Gruppenführer Peter Storz soll unterstützend für Beleuchtung und den Aufbau einer Verletztenablage sorgen.
Ein limitierender Faktor für alle Einsatzkräfte ist der beschränkte Raum des Firmengeländes. Das gilt nicht nur für den Einsatz der ca. 20 Helfer, Stichwort Eigenschutz, sondern auch für An- und Abfahrtswege unserer nicht gerade kleinen Einsatzfahrzeuge.
Für Außenstehende – es wird beim THW bei der Personensuche und -rettung teils mit realen Personen geübt, teils auch mit „Dummies“. Beim Positionieren dieser erweisen sich manche Kameradinnen und Kameraden zur großen Freude aller Übungsteilnehmer als Meister der Täuschung und Tarnung. Möglich, dass es hier geheime Fachausbildungen gibt. In jedem Fall - erfahrene „B-ler“ wissen das und preisen das eigentlich schon ein, wenn sie am Gerätekraftwagen die Ausrüstung übernehmen. Die Übungsleitung enttäuscht diesbezüglich die Erwartungen nicht, und hat auch noch einen spontanen „Einspieler“ (=Zusatzaufgabe) für die eifrige B parat.
Bei der WP gibt es etwas Denksport hinsichtlich der Führung der Abwasser führenden Schläuche. Einige Meter sollen intelligent verlegt werden, einschließlich Abzweigungen. Dafür gibt es keine Lehrbuchlösung, und "Materialschlachten" sind zu vermeiden. Zudem muss auch noch bedacht werden, dass die prallen Schläuche über einen Zufahrtsweg, der von Fahrzeugen passiert wird, geführt werden müssen.
Der Ablauf der Übung selber war, wie schon angedeutet, was Arbeitsaufwand, Planung und Materialeinsatz anbelangt nicht „ohne“ - aber die Bewertung seitens der Helferinnen und Helfer im Anschluss an die Übungseinheit war durchweg positiv.
Dank an Justin&Sarin für Übungskonzeption und -leitung - und an das Küchenteam, dass unsere Einsatzbereitschaft auf wunderbare Weise wieder herstellte.
Text&Redaktion: Justin Oehlschläger & Claus Keller (THW OV Rottenburg)

