Die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) stärkt den Bevölkerungsschutz in Tunesien durch eine nachhaltige Partnerschaft. Seit 2012 engagiert sich das THW gemeinsam mit der tunesischen Partnerbehörde Office National de la Protection Civile (ONPC) für den Auf- und Ausbau ehrenamtlicher Strukturen im Bevölkerungsschutz. Das Ziel dieses langjährigen Projekts ist es, die zivilgesellschaftliche Teilhabe zu fördern und den Schutz der Bevölkerung in Tunesien nachhaltig zu verbessern. Die Bundesrepublik tritt hier nicht nur als Lieferant von Ausrüstung auf, sondern betreut auch Ausbildungen und Übungen. Finanziert wird die Initiative durch das Auswärtige Amt.
Ein bedeutender Meilenstein des Projekts ist die Einrichtung von Hochleistungspumpen-Einheiten (HCP): Seit 2018 hat das THW insgesamt 20 leistungsstarke Pumpen an die ONPC übergeben. Diese Pumpen kommen vor allem bei der Bekämpfung von Waldbränden zum Einsatz und leisten einen entscheidenden Beitrag im Katastrophenschutz.
Im Rahmen der Zusammenarbeit setzt das THW auf die Ausbildung von Multiplikatoren innerhalb der ONPC. Die sogenannten „train the trainers“-Maßnahmen schulen die Ausbilderinnen und Ausbilder vor Ort, damit diese ihr Wissen an ehrenamtliche Einsatzkräfte weitergeben können. Neben der Grundausbildung wurden spezielle Trainings zur Wartung und Pflege der Geräte sowie zum Umgang mit Hochleistungspumpen und hydraulischen Rettungsgeräten entwickelt.
In den letzten sechs Jahren haben die beiden Pumpen- und Hochwasserexperten Peter Wiedmaier und Alexander Wiedmaier aus dem THW Ortsverband Rottenburg die tunesischen Partner in verschiedenen Regionen (Jendouba, Tabarca, Ariana, Bizerta und Manouba) unterstützt, zuletzt im Mai und Juni diesen Jahres. Dabei vermittelten sie wertvolle Erfahrungen im Umgang, Reparatur und den Feinheiten der Hochleistungspumpen, sowie im Einsatz von Sandsäcken und Hochwasserschutzmaßnahmen. Die beiden THW-Angehörigen, jeder mit mehreren Jahrzehnten verschiedenster Dienst- und Einsatzerfahrung, waren insgesamt siebenmal in je ein- bis zweiwöchigen Einsätzen vor Ort, um Erfahrungen mit den tunesischen Kräften auszutauschen und die Zusammenarbeit zu stärken.
Das Projekt in Tunesien läuft voraussichtlich noch in diesem Jahr aus. Trotz des bevorstehenden Abschlusses bleibt die Zusammenarbeit ein Beispiel für erfolgreichen fachlichen Austausch und nachhaltige Unterstützung im Katastrophenschutz. Das enge Miteinander mit den tunesischen Kameraden fördert den gegenseitigen Lernprozess und trägt dazu bei, die Strukturen vor Ort weiter zu festigen.
Das Projekt in Tunesien dient nicht nur der unmittelbaren Verbesserung des Katastrophenschutzes vor Ort, sondern gilt auch als Blaupause für ähnliche Initiativen in anderen Ländern. So betreibt das THW mittlerweile vergleichbare Projekte zum Aufbau ehrenamtlicher Strukturen in Jordanien und im Irak.
Mit diesem nachhaltigen Engagement trägt das THW dazu bei, die Resilienz der tunesischen Gesellschaft zu stärken und den internationalen Austausch im Bereich Katastrophenmanagement weiter zu fördern.
Text: Peter & Alexander Wiedmaier (THW OV Rottenburg)